Einleitung

Am 9.8.2026 überfallen und belagern israelische Siedler 3 Häuser. Die Belagerten können ihre Häuser nicht mehr verlassen: es ist lebensgefährlich. Die Siedler versuchen in die Häuser einzudringen. Was diese nicht schaffen, macht die israelische Armee: sie besetzen zwei der belagerten  Häuser, werfen die Einwohner ohne Lebensmittel vor die Tür, zerstören das ohnehin ärmliche Inventar und verlassen das Haus erst am 23.8.
Anschließen rückt die israelische Armee  in Qusra, dem Hauptort ein. 
Über vieles berichtet Tagesschau.de nicht, falsch oder tendenziös. 

Wenn Ihnen diese Kurzinfo nicht reicht, lesen Sie den Artikel Das Dorf Qusra, die Siedler und der deutsche Rundfunk und die dort angegebenen Quellen von Drop Site News und Al-Jazeera.

Die Unterschiede in den Nachrichten sind groß. Die spalte Pos. bezieht sich auf die Artikel 1, 2 und 3 von Tagesschau.de. Die zweite Spalte enthält den Original-Text der Nachricht und die letzte Spalte enthält die Wahrheit beziehungsweise die zu erfüllende Funktion einer an sich nicht falschen Information.

Pos. tagesschau.de Wahrheit
1a Bei einer Militäroperation gegen extremistische jüdische Siedler im nördlichen Westjordanland ...  Die Militäroperation richtet sich gegen die einheimische, palästinensische Bevölkerung. Die Siedler wurden nicht entfernt und die Armee selbst besetzte eines der belagerten Häuser und vertrieb die Einwohner in ein leerstehendes Nachbargebäude. Die Belagerung der Häuser dauerte vom 9.-23.8.2026. Nach der Belagerung wurde die Abriegelung des Dorfes Qusra noch über den 26.8. hinaus. In dieser Zeit gelangten keine Lebensmittel und andere Güter dorthin. Auch Krankentransporte wurden massiv behindert 
1b Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete, das Militär sei mit einem großen Aufgebot im Ort Kusra eingerückt. Die israelischen Streitkräfte teilten lediglich mit, der Vorfall in Kusra dauere noch an. Die Belagerung durch Militär wird ab 13.8. auf ganz Qusra ausgedehnt. Hunderte israelische Besatzungssoldaten stürmten das Dorf und  verhängten eine Ausgangssperre. Soldaten besetzten mindestens acht Häuser, vertrieben ihre Familien, verwüsteten diese bevor sie abzogen.
1c keine Info über: 

Die Siedler sperrten den Zugang zu Wasser und Strom und hinderten mehr als eine Woche lang jeden - einschließlich Rettungskräfte oder Krankenwagen - daran, die darin eingeschlossenen Familien zu erreichen. Reparaturarbeiter werden überfallen

1d Der Nachrichtentitel: Palästinensische Familien sollen Häuser verlassen

Die Anwesenheit der Armee ist Völkerrechtswidrig; ein entsprechender Befehl ebenso. Die Überschrift führt den Leser an der Realität vorbei: unter 

1e

Zwischen-Überschrift: Räumung in der Nacht

Bei der Räumung illegaler sogenannter Außenposten wurde demnach ein Israeli festgenommen.

Nichts wurde geräumt! Die Siedler blieben, warfen Steine und für die Belagerten war es weiterhin lebensgefährlich, ihre Häuser zu verlassen. Sie waren vollkommen abgeschnitten: voneinander und vom Ort Qusra selbst.
1e Israel hatte 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert.  Die Aussage ist zwar richtig, aber es fehlt eine wichtige Information: seit 1967 ist  das von Israel besetzte Gebiet (OPT) eine völkerrechtlich illegale Militärbesatzung.
2a Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat Gewalttaten israelischer Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland ungewöhnlich scharf verurteilt.

An der Nachricht selbst  ist nichts falsches. Aber jeder weiß: der verbal verurteilte Fall in Qusra ist kein Einzelfall. Es passiert jeden Tag - seit 1967 und seit Dez. 2022 in einem ungeheuren Ausmaß: Häuser brennen, auch Moscheen,  Olivenernten oder gar ganze Plantagen werden zerstört, bewaffnete Siedler töten und werden von der Armee beschützt.
Das ist politisch gewollt von Regierung und Parlament. Denn die Siedler werden finanziell unterstützt mit vom Parlament genehmigten Geldern   

2b In Kusra ist es bereits seit Anfang August wiederholt zu Auseinandersetzungen gekommen, nachdem Siedler mehrere palästinensische Häuser belagert und Bewohner nach deren Angaben von Versorgungsgütern abgeschnitten hatten. Palästinensische und israelische Journalisten stellen Fotos zur Verfügung, die zeigen, dass die Versorgungswege nach Qusra gesperrt sind. Der Zusatz "nach deren Angaben (die Bewohner)" ist vollkommen deplaziert. Wer journalistisch sorgfältig arbeiten möchte, der kann es auch. Der braucht diese Parteilichkeits-Bedenken nicht in die Nachricht zu setzen.
3a Nach dem jüngsten Vorfall fand er (Benjamin Netanjahu) ... ungewohnt scharfe Worte. Vgl. Bemerkung zu Pos. 2a. Diese öffentliche Stellungnahme erfolgt nur, weil der amerikanische Botschafter Huckabee den Fall angesprochen hatte. Und auch der heuchelte heftig bei seinen Worten von "israelischen Terroristen", ist er doch einer der bedeutenden Stützen der israelischen Siedlungspolitik.
Und Huckabee musste heucheln, weil der Palästinenser mit dem noch unbewohnten Haus auch die amerikanische Staatsangehörigkeit hatte. Und der hatte wohl etwas Einfluss. Wie er heuchelt lesen Sie in der Jüdischen Allgemeinen, s. u. (FN 5)
     

 

Artikel bei tagesschau.de

  1. Tagesschau.de, 13.8.2026
  2. Tagesschau.de, 30.08.2026
  3. Tagesschau,de, 31.08.2026

Wollen Sie wirklich wissen, was passiert, lesen Sie nicht Tagesschau.de. Meiden Sie Medien wie Tagesschau. Aber irgendwo muss der Autor diese Informationen doch herhaben.

  1. Al-Jazeera - 1
  2. Al-Jazeera - 2
  3. Drop Site News
  4. Vatikan News 
    Aber auch hier sind journalistische Fehler: Die Illegalität von Außenposten, wie sie die News anführt bezieht sich auf die israelische Gesetzgebung, die Außenposten im A- und B-Gebiet untersagt, Völkerrechtlich sind alle israelischen Siedlungen, ob von der Regierung genehmigt oder nicht (Außenposten) illegal.
  5. Jüdische Allgemeine 

    Auf die Frage, welche Botschaft die Regierung von US-Präsident Donald Trump an Siedler richte, die Häuser oder Grundstücke palästinensischer US-Bürger übernehmen wollten, verwies der Botschafter auf die Zehn Gebote. »Ich denke, die Botschaft ist größer als nur die Trump-Regierung. ...  mit Blick auf das Gebot »Du sollst nicht stehlen« ... .