Wenn in den Medien eines Landes Informationen fehlen, die es woanders gibt, dann stimmt etwas nicht.

Und auf keinen Fall die deutschen Medien konsumieren.

Das sagt die palästinensische Journalistin Alena Jabarine. Sie hat väterlicherseits palästinensisch-israelische Wurzeln und die Staatsbürgerschaften von Deutschland und Israel. Von Januar 2020 bis 2022 lebte sie in Ramallah im Westjordanland und arbeitete als Projektmitarbeiterin für die Konrad-Adenauer-Stiftung.

Die Journalistin Ronya Othmann kritisierte im Oktober 2023, dass Jabarine im Zusammenhang des Kriegs in Israel und Gaza Beiträge des Fernsehsenders Al Jazeera geteilt, der nach Ansicht Othmanns deutlich stärker auf der Seite der Hamas stehe.

Und das geht ja nun gar nicht: eine andere Meinung zu haben und die deutsche Staatsraison zu  vernachlässigen. Da muss jemand zur Raison gebracht werden. Soweit zum Begriff der Staatsraison. Da sieht sich wohl die Hofberichterstatterin Othman in der Pflicht. Dafür wird sie ja dann auch bezahlt. Und da ist auch die Bezeichnung "Freund der Hamas", wie sie in der israel-nahen FAZ titelt, nur allzu recht.

In normal-demokratischen Verhältnissen sollten Journalisten es eigentlich aushalten, dass Kolleg*innen eine andere Meinung haben. Aber was ist schon normal im Jahre 2026.

Lese-Empfehlung: Der letzte Himmel. Meine Suche nach Palästina, Ullstein, Berlin 2025, ISBN 978-3-550-20314-5

Quellen:

  1. https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ronya-othmann-ueber-die-freunde-der-hamas-in-deutschland-19255510.html
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Alena_Jabarine und mit Stand zum Zeitpunkt der Artikelentstehung hier als PDF.