Politischer Standpunkt

Die politischen Standpunkte in der Palästinenschen Gemeinde in Koblenz und Umgebung ist, wie in allen pluralistischen Gesellschaften unterschiedlich. Einig sind wir uns in den folgenden Punkten:

Wer sind wir?

Wir sind:

 

  • Palästinenser mit deutscher Staatsbürgerschaft oder
  • Deutsche mit palästinensischen Wurzeln oder
  • Flüchtlinge aus einem Land, in dem wir auch Flüchtlinge waren.

Wir Jungen sind ihre Kinder und sind zum größten Teil hier in Deutschland geboren. Wir Palästinenser, die wir in Palestina geboren sind, sind geflüchtet vor Gewalt und Terror. Unsere politischen Führer wurden ermordet, unsere Häuser wurden dem Erdboden gleichgemacht. Massaker an der Zivilbevölkerung, verübt von den zionistischen Verbänden der Irgun, der Stern-Gruppe und der Hagana, versetzte die Zivilbevölerung in Angst und Schrecken. Sie flohen nach dem Libanon, nach Jordanien, nach Syrien, nach den Arabische Emiraten, nach Ägypten und ganz Nord-Afrika, nach den USA und nach Deutschland. Und die, die geblieben sind, erdulden unendliches Leid - bis heute - und es hat kein Ende!
Wir, die wir hier in Deutschland leben, sind dankbar dafür, dass wir eine 2. Heimat gefunden haben. Die meisten haben die deutsche Staatsangehörigkeit. Unsere Kinder besuchen Kindergärten und Schulen, machen eine Berufsausbildung oder studieren an Hochschulen dieses Landes. Wir zahlen Steuern, halten uns an die Gesetze und das Grundgesetz ist uns ein wichtiges Element der rechtlichen Gestaltung unseres Lebens.

Wir sind keine Antisemiten. Wir lassen uns auch nicht als solche beschimpfen, auch nicht von Frau Merkel. Wir achten streng darauf, folgende Adjektive begrifflich deutlich zu unterscheiden: jüdisch, zionistisch und israelisch.

Was wir nicht tun: wir schweigen nicht darüber, dass in Israel, in den Grenzen von 1967 und den besetzten Gebieten des Westjordanlandes ...

  • auch heute noch unsere Familienangehörigen und Freunde vertrieben werden,
  • auch heute noch ihre Häuser abgerissen werden,
  • auch heute noch unser Land gestohlen wird und zionistische Siedlungen errichtet werden
  • auch heute noch ihre Wohnungen nachts und auch tagsüber von der israelischen Armee überfallen werden,
  • auch heute noch Menschen willkürlich verhaftet werden, die nichts anderes verlangen, als ein Leben in Gerechtigkeit,
  • selbst Kinder in Gefängnisse gesperrt werden, z. T. auch ohne Gerichtsverfahren (sog. Administrativhaft)
  • palästinensische Bürger erschossen werden, ohne das Täter vor Gericht gestellt werden,

Wir fordern ...

  • das Ende der völkerrechtswidrigen, militärischen Besatzung durch Israel,
  • Entschädigung für erlittenes Unrecht,
  • Entschädigung für das gestohlene Land,
  • Entschädigung für gestohlenes Kulturgut der Palästinenser,
  • schlicht einfach nur Wiedergutmachung und ein Leben in Würde und Selbstbestimmung !

Die Ideologie des Zionismus

Als Zionisten bezeichnen wir Menschen jüdischen Glaubens, die als Siedler nach Palästina einwandern, das Land in Besitz nehmen und es als ihr Eigentum betrachten. Dies war nur möglich, weil man die Bewohner des Landes vertrieben hat - und das sind wir, die Palästinenser. Das sind wir, unsere Väter und Mütter, unsere Großväter und Großmütter und auch unsere Kinder.

Die Zionisten sind nicht zu verwechseln mit den jüdischen Menschen, die schon seit langer Zeit in Palästina leben, neben Christen und Muslimen.

Religion

Die folgenden Religionen haben etwas gemeinsames: viele ihrer Mitglieder gehen regelmäßig zum wöchentlichen Gebet in ein entsprechend würdevolles Gebäude, andere nur unregelmäßig, wiederum andere sehr selten. Das alles haben wir Muslime, Christen und Juden gemeinsam.
Christen erkennen in Jesus Christus den Sohn Gottes. Sie gehen Sonntags zur Kirche.
Juden erkennen in JHWH  ihren Gott und gehen samstags in eine Synagoge oder Gebetshaus.
Muslime ehren Allah in der Moschee.

Was wir wohl gemeinsam haben ist, dass wir alle etwas ehren, was mächtiger ist als wir Menschen. Was uns trennt, ist wohl nur das Haus, in dem wir es tun und an welchem Tag wir es tun. Unser Standpunkt ist: Jeder ehrt das, was ihm heilig ist auf seine eigene Art. Wenn wir Menschen begegnen, ist es für uns nicht wichtig, welcher Religion er angehört - solange er die Rechte anderer achtet.