Aktuelles aus Palästina



Gewalt, von der niemand spricht

Gewaltvolle Ausseinandersetzungen in Ostjerusalem, in den israelisch besetzten Gebieten und im Gazastreifen. Wir haben es satt: die Ursache der Gewalt heißt Vertreibung und Vertreibung ist ein Kriegsverbrechen - nach internationalem Völkerrecht.

April 2021: nach einer rassistischen Veranstaltung einer extremistischen, israelischen Organisation in der Altstadt von Jerusalem, im arabischen Ostteil der Stadt also, brach im April 2021 die Gewalt zwischen der Polizei und demonstrierenden Palästinensern aus. Das geschah nach dem Abendgebet in der Al-Aksa-Moschee im gerade beginnenden muslimischen Fastenmonat Ramadan. Die extremistischen Israelis attackierten die Palästinenser und provozierten sie mit Parolen wie „Tod den Arabern“ und der Forderung nach Deportation der Palästinenser. Die Polizisten setzte Blendgranaten und Wasserwerfer gegen die Demonstranten, die mit Flaschen und Steinen „bewaffnet“ waren. Als Reaktion auf die massive Polizeigewalt wurden Raketen aus Gaza auf benachbarte Ortschaften abgefeuert. Dies nahm Israel zum Anlass, mit Raketenbeschuss auf den Gaza-Streifen zu antworten.
Wenn derzeit die Medien in Deutschland über den „Ausbruch der Gewalt“ beim Israel-Palästina-Problem in Ost-Jerusalem und dem Gaza-Streifen berichten, so entspricht dies nicht den Tatsachen. wir widersprechen, denn ...


die Gewalt ist immer da, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute!


Und diese Gewalt hat ein Gesicht: die völkerrechtlich illegalen Siedlungen im israelisch besetzten Westjordanland expandieren ohne ein Ende. Die Be­dro­hung durch israelische Siedler, die unser Land stehlen, unsere Olivenhaine zerstören, unsere Felder abbrennen, ist Alltag für unsere Verwandten und Freunde in Palästina. Die Angriffe z. T. auch bewaffneter Siedler, deren Verbrechen bis zu Mord reichen, werden von der israelischen Armee ab­ge­sichert. Die Täter bleiben straflos und wir müssen ohnmächtig zusehen, wie dabei unsere Lebensgrundlagen zerstört werden. Wenn ein Landwirt seine Felder aufsuchen will oder ein Arbeiter zu seinem Arbeits­platz will, hindern ihn eine meterhohe Mauer (759 km lang), Zäune mit Stacheldraht und entwürdigende Durchlassverfahren an Checkpoints, rechtzeitig oder überhaupt sein Ziel zu erreichen - immer im Angesicht von Maschinenpistolen. Nie können Palästinenser sicher sein, dass sie ihr Ziel erreichen – im eigenen Land, das seit 54 Jahren unter Militärverwaltung steht. Wer in ein Krankenhaus muss, weiß nie, ob er auch dort ankommt. Es wurden schon Kinder an Checkpoints geboren, weil Schwangeren die Durchfahrt verweigert wurde. Autos mit israelischen Kennzeichen können problemlos passieren.
Die nächtlichen Hausdurchsuchungen in palästinensischen Wohngebieten, die willkürliche Verhaftungen, z. T. ohne Gerichtsverfahren, ohne zu wissen, wie lange sie eingesperrt sein werden (sog, Administrativhaft), die Zerstörung von Häusern in Israel und den israelisch besetzten Gebieten, um Platz für israelische Siedler zu schaffen sind Bestandteile dieser alltäglichen Gewalt . Die palästinensische Bevölkerung steht ihr mit einer grenzenlosen Ohnmacht gegenüber. Dieses Ausmaß an menschlichen Demütigungen ist nicht mehr zu er­tra­gen. Mit Religion haben die Auseinandersetzungen nichts zu tun. Wenn israelisches Militär der arabischen Bevölkerung den Zugang zu religiösen Stätten versperrt, dann heißt das: „Ihr habt hier nichts zu suchen, wir haben hier das Sagen.“ Dieses Gebaren hat als Ziel, die Menschen zu demütigen.
Im Gaza-Streifen wohnen auf 364 km² mehr als 2 Mio. Menschen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sind Flüchtlinge und wohnten vor 1967 bzw. vor 1948 auf der anderen Seite des Zauns, an dem heute das israelische Militär auf jeden schießt, der dem Zaun näher als 150 m kommt – ein Todesstreifen, der 2018 viele Opfer forderte. Amnesty International berichtete von 195 getöteten Demonstranten, darunter 41 Kinder, und 28.939 Verletzten. Unter den Verletzten gab es auffällig zahlreiche Verstümmelungen der Gliedmaßen mit lebenslangen Folgen. Der Gaza-Streifen ist ein Freiluft-Gefängnis, bewacht von der israelischen Armee. Die Lebenssituation der Menschen ist katastrophal. Es fehlt an allem, was lebensnotwendig ist. Mangelernährung bei Kindern ist die Norm. Selbst Krankenhäuser haben über viele Stunden keinen Strom, oft fehlen wichtige Medikamente. Ein Bericht der Rosa-Luxemburg-Stiftung kommt zu dem Ergebnis: „Gaza ist 2020 unbewohnbar.“
Diese Gewalt ist immer da, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute !
Und wir haben es satt! Wehren wir uns mit Worten, beschimpft man uns als Antisemiten (arabischer, israelbezogener Antisemitismus). Wehren wir uns mit Gewalt, nennt man uns Terroristen. Immer heißt es „radikale, gewaltbereite Palästinenser“und „Israel reagiert auf den Beschuss aus Gaza mit Angriffen der Luftwaffe.“ Von der alltäglichen Gewalt, der die palästinensische Bevölkerung ausgesetzt ist, berichten deutsche Medien (fast) nichts. Die Quelle der Gewalt heißt „Vertreibung“.
Die Bundesregierung verurteile die Raketenangriffe aus Gaza auf die israelische Zivilbevölkerung auf das Schärfste, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. "Sie sind durch nichts zu rechtfertigen und müssen sofort aufhören."
Das Ende der militärischen Besatzung, das Ende des Landraubs, der Enteignungen und Vertreibung zugunsten israelischer Siedler, das Ende der Diskriminierung der arabischen Bevölkerung in Israel verlangte sie nicht.
Wir fordern die Mitgliedstaaten der EU, insbesondere die Regierung der Bundesrepublik Deutschland auf, jegliches Wegschauen gegenüber den unzähligen völker- und menschenrechtlichen Verletzungen Israels zu beenden. Wir bitten um Unterstützung unserer Forderungen in jeglicher, ausschließlich friedlicher Form. Nur internationaler Druck wird bewirken, dass Israel als Besatzungsmacht das internationale Völkerrecht anerkennt!

Zeugnisse dieser Vorgänge wie hier berichtet:

Der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen (UN) Lynk stellt in seinem Bericht auf der 44. Tagung des UN-Menschenrechtsrates am 15.6. - 3.7.2020 zahlreiche Verstöße Israels gegen das Humanitäre Völkerrecht fest und stufte sie als Kriegsverbrechen ein. (Dokument A_HRC_44_60.PDF)
Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag (ICC) ermittelt wegen Kriegsverbrechen in Israel/Palästina. Israel, die USA und Deutschland (AM Heiko Maas) bestreiten die Zuständigkeit des ICC.
Die NGO Human Rights Watch bezichtigt Israel vor kurzem (2021) des Verbrechens der Apartheid und der politisch motivierten  Strafverfolgung.
Hintergrund-Erläuterung: völkerrechtlich gehört Ost-Jerusalem mit der historischen Altstadt nicht zu Israel. Im Krieg von 1967 wurde Ost-Jerusalem wie das gesamte Westjordanland von der israelischen Armee besetzt. Bis heute gilt ein strenges Besatzungsrecht mit Ausgangssperren, Behinderungen durch Checkpoints und Mauern, die das soziale, politische und wirtschaftliche Leben der Bevölkerung zerstören. Ca. 4.500 politische Gefangene sitzen in israelischen Gefängnissen, z. T. durch unfaire Gerichtsverfahren oder auch ohne Gerichtsurteil, ohne rechtlichen Beistand und Kenntnis ihrer Haftdauer (sogenannte Administrativhaft).

In mehrfacher Hinsicht verstößt Israel dabei gegen geltendes Völkerrecht:

  • Nach der 4. Genfer Konvention und den Römischen Statuten des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag (ICC) gilt die Deportation von Personen aus besetzten Gebieten als Kriegsverbrechen. Dies gilt für die militärische Besetzung palästinensischer Gebiete 1967. Auch die Vertreibung der palästinensischen Zivilbevölkerung 1947/48 stellt ein Kriegsverbrechen dar.
  • Mehrere Resolutionen des Sicherheitsrat der Vereinten Nationen fordern Israel auf, die Besiedlung palästinensischen Landes durch zionistische Siedlungen zu beenden bzw. rückgängig zu machen. Auch die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge wird in UN-Resolutionen gefordert.
  • Zahlreiche Fälle dieser Menschenrechtsverletzungen sind dokumentiert, auch von israelischen Nicht-Regierungs-Organisationen wie B‘tselem oder Breaking the Silence. Wissenschaftler und Journalisten – auch israelische wie Illan Pappe und Simcha Flapan, Gideon Levi und Tom Segev – sprechen von ethnischer Säuberung Palästinas.


Vertreibung ohne Ende - bis heute, ein Verbrechen und alle schauen zu

Die nächste Katastrophe - die Annexion 2020, 72 Jahre nach der ersten Naqba / Palästinenser ohne Rechte - ihre Lebensgrundlage wird vernichtet.

Zum Thema Naqba lesen Sie auch den diesem Artikel folgenden Text (72 Jahre Naqba).

Israel und sein Hauptverbündeter USA machen ernst mit dem sog. Jahrhundertplan für den Nahen Osten. Konkret geht es um die Annexion größerer Gebiete der Westbank durch die israelische Besatzungsmacht: Ostjerusalem, die jüdischen Siedlungen und das Jordantal entlang der Grenze zwischen der Westbank und Jordanien. Das bedeutet auch, dass die sog. Zone C, die dem israelischen Militärrecht untersteht, bald ebenfalls gänzlich annektiert  wird. Den Palästinensern bliebe dann ein winziges, einige wenige  Städte und Dörfer umfassendes Gebiet, das einem lebensunfähigen „Operettenstaat“ vergleichbar wäre.

Diese völkerrechtswidrige Entwicklung ist empörend und verurteilungswert. Sie erstickt jeglichen, auch so  einen  kleinen Friedensansatz im Keim. Notwendig sind daher konkrete Antworten und Maßnahmen. Auch und gerade die EU ist  hier gefordert, Farbe zu bekennen. Einige wenige Mitgliedsstaaten wie Schweden reden Klartext und fordern unverblümt, Sanktionen gegen Israel zu verhängen. Die meisten anderen Mitglieder, allen voran Deutschland, lehnen hingegen Sanktionen ab und schlagen stattdessen, „Gespräche“ zu führen. Hier fragt man sich: Was müsste Israel in Sachen Völkerrechtsverletzung noch Schlimmeres tun, damit Deutschland sich im Grundsatz bereit erklären würde, konkrete Schritte gegen die israelische Besatzungspolitik zumindest „in Erwägung zu ziehen“?

Einige kluge jüdische Aktivisten sind der völligen Überzeugung, dass Deutschland nicht trotz, sondern gerade wegen des in seinem Namen begangenen Verbrechens gegen die Juden prädestiniert sei, mit Israel offen zu reden und im konkreten Fall harte Maßnahmen zu ergreifen. Im moralischen Kontext sollte nie mit zweierlei Maß gemessen werden.

(Textbeitrag von Dr. Aref Hajjaj)



72 Jahre Naqba

Vertreibung ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit

#Nakba72  --  #كوفيد_48#   --   النكبة72   --  #Covid_48

Am 15. Mai gedenken Palästinenser der Nakba (arabisch "Katastrophe"). Oft wird die Staatsgründung Israels mit den Worten "Ein Volk ohne Land hat ein Land ohne Volk gefunden" beschrieben. In Wahrheit war Palästina aber ein seit Jahrtausenden bewohntes Land mit modernen Städten und auf profitabler Landwirtschaft basierenden Dörfern. In ihnen lebten Palästinenser muslimischen, christlichen & jüdischen Glaubens friedlich mit Druzen, Griechen & Armeniern zusammen. Im Zuge des aufkommenden Nationalismus, Kolonialismus und Antisemitismus in Europa, wurde die Idee eines jüdischen Staates in Palästina von einigen - nicht allen - europäischen Juden entwickelt, den Zionisten. Um dieses Ziel zu realisieren, begannen sie Ende des 19. Jh. gezielt v.a. europäische Juden in Palästina anzusiedeln und später - mit Hilfe der britischen Besatzung - bewaffnete zionistische Milizen aufzubauen. Die Zionisten lehnten einen demokratischen Staat für beide Völker ab und verlangten stattdessen einen ausschließlich jüdischen.
Der Höhepunkt der Gewalt war 1947/48 errreicht: In einer 10monatigen Säuberungskampange zionistischer Milizen wurden tausende Palästinenser getötet & 750 000 weitere mit Waffengewalt vertrieben (80% der gesamten einheimischen Bevölkerung!). 11 Städte & über 500 Dörfer wurden systematisch zerstört. Die wenigen verbliebenen Palästinenser wurden unter Militärrecht gestellt - ohne Sondergenehmigungen durften sie weder aus ihren abgeriegelten Vierteln heraus oder Verwandte in anderen Städten besuchen noch hatten sie Anspruch auf ein ziviles Gericht wie israelische Bürger. Trotz UN-Resolution 194 verweigert Israel den Palästinensern bis heute ihr Recht auf Rückkehr in ihre Heimat. Für diejenigen, die heimlich versuchten/versuchen, über die Grenze in ihre Heimatdörfer zu gelangen, erließ Israel einen bis heute gültigen Schießbefehl. Durch das "Absentees properties" Gesetz wurden sie zudem ohne Entschädigung zwangsenteignet. Sie waren somit zu einem Leben in Flüchtlingslagern gezwungen. Viele von ihnen sind mittlerweile verstorben, ohne ihre Heimat jemals wiedergesehen zu haben. Die Flüchtlingslager, einst als kurzes Provisorium gedacht, existieren & wachsen bis heute, mit Straßen durch die mittlerweile nicht einmal ein Auto passt.
Wenn Israel im Mai seinen "Unabhängigkeitstag" feiert, gedenken wir Palästinenser unserer Katastrophe: der Vertreibung unseres ganzen Volkes sowie der Zerstörung unserer Häuser, Leben, Träume und Würde. Am 15. Mai 1948 verloren wir unser Land und unser Zuhause: Palästina.

 



Israels Armee schießt auch auf Jürgen Todenhöfer

von Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern (BIP) e.V.

Jürgen Todenhöfer, ehemaliger Politiker (CDU), ehemaliger Medienmanager (Burda), Publizist und Friedensaktivist, war vorgestern in Gaza und ging zur wöchentlichen Freitagsdemonstration an den Sperrzaun. (Der Rundbrief im Original)


 

Khan al-Ahmar: Internationaler Strafgerichtshof warnt Israel vor Kriegsverbrechen

Zur gleichen Zeit fielen im Beduinendorf Abu Nuwar, nahe der illegalen israelischen Westbank-Siedlung Ma’ale Adumim, Sicherheitskräfte mit Bulldozern und Dutzenden von Grenzpolizisten ein und machten  neun Häuser und drei landwirtschaftlich genutzte Gebäude dem Erdboden gleich.

62 Bewohner, die Hälfte davon Kinder, wurden nach Angaben von B’Tselem in dem Dorf obdachlos.

 


Israel zerstört EU finanzierte Schule für palästinensische Grundschüler

Unter den 9 in Abu Nuwar zerstörten Häusern war auch eine von der EU fnanzierte Grundschule für palästinensische Kinder.


Israelische Siedler steinigen palästinensische Frau

 

... fortgesetzt von der Startseite:

Der UN-Koordinator des für den Mittlerer-Osten-Friedens-Prozess,  Nickolay Mladenov, verurteilte den Mord.

Das Auswärtige Amt - ansonsten nicht müde, der palästinensischen Gewalt das Attribut Terrorismus zuzueignen - dagegen schweigt.

Weitere Infos unter ...

https://palaestina-nachrichten.de/tag/aisha-al-rabi/

http://imemc.org/article/palestinian-woman-stoned-to-death-by-israeli-settlers/

 

Israel, ein Gottesstaat - Israel erzeugt Antisemitismus

Am 19.7.2018 beschloss das israelische Parlament, den jüdischen Staat ausschließlich als Staat der Juden zu definieren. Damit wird durch die Definition jede Kritik an Israel zum Antisemitismus.

Nur ein Problem ist dabei: was ist mit den Palästinensern? 6 Millionen Palästinenser haben den UN-Flüchtlingsstatus, dürfen nicht in ihre Heimat zurückkehren und Ihre Nachfahren dürfen kein Land im Staat Israel erwerben. Dann bleiben im Staatsgebiet von Israel des Jahres 1967 immer noch 20% der Bevölkerung mit arabischen (=palästinensischen) Wurzeln.

Was ist mit den Christen in Palästina?  Was ist mit religiöser Toleranz an sich?

Und die illegalen zionistischen Siedlungen im Westjordan weiten sich unter dem Schutz der israelischen Armee weiter aus.

 

Eine jahrzehntelange Verweigerung der politischen und kulturellen Rechte der Palästinenser erreicht derzeit seinen Höhepunkt: das israelische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das Israels Status als jüdischer Nationalstaat verankert. Hebräisch wird zur offiziellen Landessprache erklärt, während Arabisch – bisher zweite Amtssprache – nur noch einen „Sonderstatus“ erhält.

Jerusalem wird der Statuss als Israels Hauptstadt erklärt. Israels Flagge, Nationalhymne, der hebräische Kalender und die jüdischen Feiertage werden als staatliche Symbole festgelegt.

Die zionistischen Siedlungen stehen weiterhin auf der Agenda staatlicher Aktivität.
Arabische Abgeordnete reagierten dagegen mit lauten Protestrufen und zerrissen den Gesetzentwurf in einer symbolischen Geste. Der arabische Abgeordnete Ahmed Tibi sprach von einem rassistischen Gesetz, das den „Tod der Demokratie“ in Israel bedeute.

Auch der palästinensische Ministerpräsident Rami Hamdallah sprach von einem „rassistischen Gesetz“. Es sei ein „weiterer Versuch, die arabisch-palästinensische Identität auszulöschen und eine Apartheid-Politik zu institutionalisieren und legitimieren, anstatt den Frieden voranzubringen“.

Skandalös ist der bescheidene Protest der EU und der Bundesrepublik Deutschland: ein bisschen Protest von EU-Botschafter Emanuele Giaufret, ein bisschen Protest von der EUaußenbeauftragten Mogherini. das war 's.

 

Quelle der Grafik: Das Palästina-Portal (http://www.arendt-art.de/deutsch/palestina/)



 

Erschossen in Gaza: das Morden der israelischen Armee

Razan Al-Najjar ist eine 21jährige Krankenschwester und Mutter eines kleinen Kindes. Am Samstag, 1.6.2018 wurde sie von einem israelischen Scharfschützen erschossen, während sie den durch Israels Armee verletzten Demonstranten in Gaza half. Möge sie in Frieden ruhen. Wir wünschen ihrer Familie, vor allem ihrem nun halbverwaisten Kind, sowie allen anderen Menschen in Gaza viel Kraft in dieser schweren Zeit.

 

Die offizielle Vertretung des Staates Palästina in der Bundesrepublik veröffentlicht diesen Bericht: 

Nach Untersuchungn der israelischen Menschenrechtsorganisation handelt es sich dabei um eine beabsichtigte Tötung.

 

 

 

 



 

Aktuelles aus Gaza / Bewertung von Bernie Sanders, amerikanischer Präsidentschaftskandidat.

60 Tote durch israelische Scharfschützen an einem einzigen Tag und mehrere Hunderte Verwundete.

Ein amerikanischer Präsidentschaftskandidat beurteilt die Lage in Gaza anders. Er hätte Trump ersetzen können, wenn die amerikanischen Medien ihn unterstützt hätten. Bernie Sanders:  "Das Töten palästinensischer Demonstranten durch israellische Streitkräfte ist tragisch. Jeder hat das Recht für eine bessere Zukunft zu demonstrieren - ohne Gewalt als Antwort."

Zur Erläuterung: 1,8 Millionen Palästinenser auf 360 qkm konzentriert, 60 % Jugendarbeitslosigkeit, 70 % der Bevölkerung ist auf Unterstützung aus dem Ausland angewiesen.  Über 200.000 Wohnungen sind seit 2014 zerstört oder stark beschädigt. Damals waren es 2000 Tote, gestorben im Bombenhagel und durch Artilleriebeschuss der israelischen Armee. Und die Personen, die 2014 nicht anständig genug protestierten, beschimpfte man dann noch als Antisemiten

Gesucht wird: das Weltgewissen - und Israel feiert seinen 70 Geburtstag. Das Elend der Palästinenser interessiert niemanden. Eine verbrannte israelische - nicht jüdische - Fahne und ganz Deutschland schreit: "Antisemitismus". Das ist schwer auszuhalten, wenn man Freunde und Verwandte in Palästina hat.

 

Bild aus https://www.codepink.org/gaza_march



Tod im Gaza-Streifen

Am 30. März wurden 15 Demonstranten von israelischen Soldaten gezielt erschossen.  Mittlerweile (10.5.2018) ist die Anzahl der Toten auf über 40 angestiegen. Unter Ihnen ist auch der der 31jährige Journalist Yasser Murtaja.

Dass es sich dabei um gezielte Tötungen handelt, beweist  der Umstand, dass Murtaja deutlich erkennbar eine Jacke trug, die ihn als Journalisten kennzeichnete. Seine Waffe: eine Kamera mit Teleobjektiv.

Quelle: Neue Zürcher Zeitung vom 14.4.2018 / Online

Die erschossenen Palästinenser werden vom israelischen Militär als Terroristen bezeichnet. Tatsächlich waren es  friedliche Demonstranten. Im Internet kursiert bereits seit längerem ein Video, dass das gezielte Schießen auf friedlichen Demonstanten zeigt. Ein isralischer Journalist veröffentlichte es im Netz. Unklar ist noch zu welchem Zeitpunkt das Video entstand.

Das Video wird gehostet bei  Bei Youtube oder direkt bei FAZ.net

Anlass der Demonstation war der "Tag des Bodens". An diesem Tag erinnern die Palästinenser weltweit an die völkerrechtwidrige Enteignung zahlreicher arabisch-stämmiger Israelis (= Palästinenser) im Jahre 1976.



Das Morden der israelischen Armee im Gazastreifen - Video-Aufnahmen eines Soldaten

 

 

Entstehung des "Tag des Bodens"

Im März 1976 kam es zu massiven Landenteignungen in Galiläa, von denen arabische Israelis betroffen waren. Der konfiszierte Grund sollte vor allem den jüdischen Nachbargemeinden und für Industrieprojekte zur Verfügung gestellt werden und die demographische Situation der Region ändern. Um die Proteste zu ersticken, erließen die israelischen Behörden für die betroffenen Gemeinden eine Ausgangssperre ab 29. März, 17 Uhr. Als Antwort riefen arabische Politiker, darunter der Bürgermeister der Stadt Nazareth, zum Generalstreik und Demonstrationen auf. Die Palästinenser solidarisierten sich - auch in den Flüchtlingslagern im Ausland.

Trotz der Drohungen Israels fand der Generalstreik statt und nach einem bis damals noch nicht da gewesenen Polizeieinsatz mit 4.000 Mann endete der Tag mit 6 toten und 100 verletzten Arabern.
(aus Wikkipedia.de, 15.4.2018)

 

 

Freiheit für Ahed Tamimi

Ihre Verbrechen: Sie ohrfeigte einen der Soldaten, die widerrechtlich in das Haus der Familie Tamimi eindrangen.

Am 29. Januar feierte sie ihren 17 Geburtstag - im israelischen Gefängnis. Ihr Verbrechen: sie demonstriert gegen die völkerrechtswidrige Besatzung und die Enteignung Ihrer Heimat durch israelische Siedler. Im Januar 2018ohrfeigte Sie einen der Soldaten, die widerrechtlich in daas Haus ihrer Familie eindrangen.

Die Palästinensische Gemeinde in Koblenz und Umgebung brachte Ihren Protest zum Ausdruck. Ein Infostand und Plakate bringen zum Ausdruck, dass die Israelische Siedlungen völkerrechtlich illegal sind und auf Diebstahl beruhen. Das Land ist nicht Eigentum der Siedler- und diesen Anspruch erheben die israelische Siedler, die sich der Unterstützung der Armee und der Regierung sicher sein können. Denn die ungebremste Fortsetzung israelischer Siedlungstätigkeit heißt: Israel will nicht - keinen Frieden, kein Miteinander. Dabei gibt es nur ein Problem. Wohin mit 4,6 Millionen Palästinensern (2,7 Mio. Westjordan, 1,8 Mio. Gaza).

Zu den Hintergründen der Verhaftung (wörtlich zitiert nach Wikipedia)

"Ahed Tamimi wurde als Tochter von Bassem und Nariman Tamimi in Nabi Salih, einem kleinen Dorf, rund 20 Kilometer nordwestlich von Ramallah im Westjordanland geboren. Seit 2009 demonstrieren die Bewohner von Nabi Salih fast wöchentlich. Unmittelbarer Anlass dafür war ein Streit mit israelischen Siedlern aus dem benachbarten Halamisch über Landnutzungsrechte, insbesondere um die Übernahme einer Wasserquelle und Badehöhle namens „Ein al-Qaws“ durch die Siedler. Laut dem Journalisten Ben Ehrenreich gehörte diese Quelle und das umliegende Land seit Generationen der Familie Tamimi. Die Siedler mussten im Januar 2013 aufgrund eines Urteils des israelische Obersten Gerichtshofs ihre an der Quelle illegal errichteten Anlagen wieder abreißen.

...

Bei den dennoch anhaltenden, fast wöchentlichen Kundgebungen fliegen immer auch Steine in Richtung der anwesenden Soldaten.  Die israelische Armee setzte gegen diese Ausschreitungen Tränengas, synthetisches Skunksekret oder Wasserwerfer und gelegentlich auch Gummigeschosse oder scharfe Munition ein. Dabei wurden im Laufe der Jahre zwei oder drei Dorfbewohner, darunter Aheds Onkel Rushdie, getötet und hunderte verletzt. Nach Angaben der Zeitung The Guardian wurden über die Zeit rund 140 Bewohner vom Nabi Saleh in Gewahrsam genommen und zur Zahlung von zusammen umgerechnet mehreren tausend Dollar für Strafen und Kautionen verurteilt. Nach Darstellung ihres Vaters hätte das Wohnhaus der Familie ursprünglich nach Protesten im Jahr 2010 abgerissen werden sollen und sei bis 2017 mehr als 150 Mal Gegenstand von Einsätzen des israelischen Militärs gewesen. "

(zitiert nach https://de.wikipedia.org/wiki/Ahed_Tamimi, Stand 4.4.2018)

Die Siedler sind immer noch da und die beanspruchen das palästinensische Land weiter - völkerrechtswidrig.